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Donnerstag, 15. April
Freitag, 16. April
Samstag, 17. April
Sonntag, 18. April

Donnerstag, 15. April

Der turkmenische Wachposten an der Grenzbrücke macht eine erste Pass- und Visumkontrolle; die Soldaten tragen braune Uniformen mit breitkrempigen Hüten, die eher an amerikanische Ranger-Uniformen als an Militäruniformen erinnern. Wir fahren mit einem japanischen Kleinbus weiter zum turkmenischen Grenzposten, der Fahrer kassiert sogar Fahrgeld - einige unserer letzten Rial kommen jetzt gelegen. Der Bus ist offenbar von Rechts- auf Linkssteuerung umgebaut worden, das Armaturenbrett ist völlig aufgerissen, die Plastikabdeckungen liegen im Rücksitz, und alle Kabel und Instrumente liegen völlig frei.
Die Gebäude sehen alt und verfallen aus. Einige Lastwagen werden eingehend kontrolliert, die gesamte Ladung wird durchsucht. Fahrer tragen ein Paket nach dem andern, offenbar eine Lastwagenladung, in die Zollhalle. Jedes einzelne muss geöffnet und durchleuchtet werden.
Wir melden uns an einem Schalter, wo unsere Pässe kontrolliert werden. Eine Grenzbeamtin mit blitzenden Goldzähnen spricht recht gut Englisch. Sie erklärt uns, dass unsere Führerin uns hier abholen muss, aber dass sie noch keine Führerin gesehen habe. Ohne Führer kommen Touristen in der Tat nicht weiter nach Turkmenistan hinein als zu dieser verfallenen Zollhalle. Es ist schon kurz nach der vereinbarten Zeit, 16 Uhr turkmenischer Zeit. Sollte im ganzen Trubel mit den Programmänderungen für Turkmenistan die letzten Tage etwas schief gegangen sein? Wir können die Führerin hier nicht erreichen, denn hier draußen funktionieren keine Mobiltelefone.
Während wir versuchen zu klären, was los ist, bekommen wir Bescheid, dass die Führerin gekommen ist. Sie heißt Anzhelina und heißt uns willkommen. Sie ist von armenischer Herkunft, aber in Turkmenistan geboren und turkmenische Staatsbürgerin. Allerdings spricht sie kaum turkmenisch - in der Sowjetunion war ja russisch die beherrschende Amtssprache. Für den Beruf als Reiseleiterin ist das kein größeres Problem, denn in Turkmenistan sprechen fast alle auch Russisch. Hingegen sind die Zukunftsaussichten für ihre Kinder - die auch nicht gut Turkmenisch sprechen - schlecht, weil es Universitätsausbildungen und ähnliches in Zukunft immer mehr nur noch auf Turkmenisch geben wird.
Das ist ein Problem, das es in vielen früheren Sowjetrepubliken gibt: Menschen wurden mehr oder weniger freiwillig in alle Richtungen umgesiedelt, und dann, nach dem Zerfall der Sowjetunion, fanden sie sich plötzlich als "Ausländer" in einem anderen Land wieder, dessen Sprache sie nicht sprechen.
Es ist das erste Mal, dass Anzhelina Touristen an diesem Grenzübergang abholt, daher dauerte es eine Weile, bis sie zum richtigen Platz kam.
Jetzt beginnen einige Prozeduren, aber es geht problemlos. Das Gepäck wird durchleuchtet, wird aber nicht näher durchsucht. Wertsachen und Devisen müssen genau deklariert, die Reisepapiere kontrolliert werden (außer den Pässen mit den Visa und den Einladungen ist auch noch ein so genannter "Travel pass" erforderlich, den Anzhelina mitgebracht hat). Sie erledigt den meisten Papierkrieg für uns.
Die Englisch sprechende Grenzschützerin ist richtig nett, sie scherzt mit uns und erklärt, wie alles abläuft. Wahrscheinlich ist sie froh, mal etwas Abwechslung zwischen den dominierenden LKW-Kontrollen zu haben und ihr Englisch üben zu können.
Nach insgesamt gut einer Stunde am turkmenischen Grenzposten dürfen wir gehen. Wir verlassen das eingezäunte Gebiet, und jetzt erfahren wir, wo wir diese Nacht übernachten sollen. Es steht "Guesthouse" im Programm, und wir haben etwas sehr einfaches hotelähnliches erwartet, aber wir sollen bei einer Familie wohnen. In diesem kleinen Dorf, das im Grenzsperrgebiet liegt und nur mit Sondergenehmigung betreten werden darf, gibt es kein Hotel. Einer der Söhne der Familie spricht einigermaßen Englisch und holt uns mit seinem Auto ab. Während der Fahrt sehen wir viele Plakate mit politischen Parolen und Präsident Nijasow Portrait. Im Haus treffen wir den Familienvater.
Es zeig sich, dass das eine Art Familienklan sein muss, der - für turkmenische Verhältnisse - unglaublich reich ist. Es ist ein großes Grundstück mit fast einem Haus für jedes Familienmitglied. Es ist überwiegend traditionell eingerichtet mit schönen Teppichen und reichlich bemalten Wänden.
Auffällig ist, dass die Familie trotz des offenbaren Reichtums keine größeren Investitionen in sanitäre Anlagen getätigt hat. Die Toilette ist ein Plumpsklo im Hof und, bei allem Respekt, von der übelsten Sorte. Die Fliegen sind so fett, dass sie sich kaum noch bewegen können.
Im Laufe des Abends ereignet sich ein Stromausfall im Haus. Ein Elektriker mit dicken Gummihandschuhen behebt das Problem rasch, indem er einige Kabel unter Spannung wieder zusammenflickt.
Wir werden zu einem sehr reichlichen Abendessen eingeladen, die Wodkagläser werden viele Male gehoben. Es wird allerdings ein Wenig des Guten zuviel, sowohl vom Essen als auch vom Wodka. Vor allem Till, der keinen Alkohol trinkt, schafft es kaum, auch nur einen Schluck Wodka herunterzuwürgen. Das meiste landet im Gras...
Wir schlafen auf Teppichen mit dünnen Matratzen in einem Seitenraum. Anzhelina wird besonders tief schlafen, sie hat etwas arg viel Wodka intus...

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Freitag, 16. April

Am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen, denn wir müssen noch Fahrkarten kaufen. Das erledigen wir am besten gleich, wenn der Schalter um 7 Uhr öffnet. Der älteste Sohn der Familie kommt mit, denn mit dem Einfluss der Familie in der Stadt sollten die Fahrkarten kein Problem sein.
Der Bahnhof ist ein repräsentatives Gebäude, das offenbar gebaut wurde, als die grenzüberquerende Verbindung mit dem Iran eingeweiht wurde. Es gibt mehrsprachige Schilder "Domestic Departures", "International Departures" und ähnliches. Dieser Bahnhof hat unseren Informationen zufolge seit seinem Bau zwei (!) fahrplanmäßige internationale Reisezüge gesehen: Den Eröffnungszug Teheran - Almaty und die Rückfahrt desselben Zuges. Dann wurde die Verbindung eingestellt, und heute gibt es nur noch vereinzelte Inlandsverbindungen in die Hauptstadt Aschgabat, zur Zeit zwei Zugpaare pro Woche. Und für das dieser große Bahnhof!
Wir fotografieren ein wenig heimlich, als wir zum Zug gehen.
Es ist wie erwartet Rollmaterial aus der Sowjetzeit, eine Doppel-Diesellok (zwei sechsteilige Einheiten) mit einigen Sitzwagen und einem roten Wagen am Schluss. Den halten wir zuerst für einen Speisewagen, aber bei näherer Betrachtung erweist er sich als "Defektoskop", wie in kyrillischer Schrift an den Seiten steht - offenbar ein Messwagen oder ein Wagen zur Streckenbeobachtung.
Der Zug ist in besserem Zustand, als wir nach allem, was wir über Turkmenistan gelesen haben, erwartet haben. Die Sitzpolster sind recht zerschlissen, aber ansonsten ist alles intakt und halbwegs sauber. Aber hart sind die Sitze! Und das für eine 9-stündige Reise...
Wir fahren mit einer guten halben Stunde Verspätung ab, weil wir noch einen verspäteten Gegenzug abwarten müssen. Anzhelina darf im Dienstabteil weiterschlafen, die Wodkamassen der vorherigen Nacht sind ihr ins Gesicht geschrieben.
Es geht sehr langsam voran, die Gleislage ist recht schlecht, etwas besser später, als wir auf die Hauptstrecke Aschgabat - Mary einbiegen und uns der Hauptstadt nähern. Der Zug füllt sich immer mehr, am Ende müssen recht viele stehen.
Viele Anwohner verkaufen Waren auf dem Bahnsteig und auf dem Zug. Viele Städte und Dörfer entlang der Strecke sehen verfallen aus.
Am späten Nachmittag erreichen wir die Hauptstadt Aschgabat. In gewisser Hinsicht erscheint es, wieder in der modernen Kommunikationswelt angekommen zu sein - zum ersten Mal seit der östlichen Türkei können wir unsere Mobiltelefone wieder benutzen. Zwei Kolleginnen von Anzhelina treffen uns, sie sollen uns Fahrkarten für den Nachtzug nach Turkmenabat (früheres Charjou) kaufen, eine Stadt nahe der Grenze nach Usbekistan. Sie erzählen später, dass der Fahrkartenverkäufer wirklich sehr gezögert hat, die Fahrkarten auszustellen, weil Turkmenabat nicht explizit in unseren Visa aufgelistet ist. Und dabei sollen wir dort ja nur vom Zug in ein Auto zur Grenze umsteigen! Aber das hat sich dann lösen lassen.
Wir schließlich in unser Hotel "Asyiá" gebracht, das etwas außerhalb des Zentrums liegt. Während das Land verfällt, werden enorme Ressourcen darauf verwendet, der Hauptstadt ein repräsentatives Gesicht zu geben. Alles ist sauber und modern, mit großen Gebäuden und Monumenten. Das Gesicht des Staatspräsidenten ist etwa genauso unausweichlich wie das Gesicht Khomeinis im Iran. Auf allen Banknoten, auf Plakaten, ...
Das Hotel ist in chinesischem Stil und ist scheinbar auf chinesische Gäste eingerichtet, aber es steht fast leer. Mehrere andere Hotels in verschiedenen Stilen liegen in derselben Straße. Auch wenn es in der Hochsaison mehr Touristen sein mögen, so scheint die Hotelkapazität doch grotesk überdimensioniert.
Wir haben große, schöne Zimmer. Alles in Ordnung damit, aber in dieser Stadt kommt einem alles ein paar Nummern zu groß vor.
Gegen 21 Uhr klopft ein Hotelangestellter an Tills Tür und beginnt, auf Russisch loszureden - trotz Tills äußerst begrenztem Russisch wird schnell deutlich, dass der Kerl eine Prostituierte anbieten will. So offen und direkt haben wir das noch nicht erlebt.
Wie wir später erfahren, sind viele Touristen in Turkmenistan Iraner, die sich mal so richtig ausgiebig mit Prostituierten vergnügen und besaufen wollen. Anzhelina hat daher keine so hohe Ansicht über Iraner wie wir.

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Samstag, 17. April

An diesem Morgen sollen wir ein Lokdepot besuchen dürfen. Eine Führerin von der Bahn soll uns herumführen. Sie heißt Natashja, trifft uns am Hotel und spricht gut Deutsch. Sie erklärt uns, sie solle uns den Bahnhof zeigen (aber mit Fotoverbot) und dann eine Stadtrundfahrt machen. Es stellt sich darüber hinaus auch noch heraus, dass sie nicht von der Bahn kommt, sondern eine normale Touristenführerin ist. Wir erklären ihr, dass uns ein Besuch in einem Depot zugesagt wurde und wir dafür 90 US-$ bezahlen mussten.
Obwohl unserem Reiseveranstalter mehrfach versichert wurde, dass wir ein Depot besuchen dürften, ist nichts daraus geworden. Das ist natürlich eine Enttäuschung, aber da die versprochene Genehmigung offenbar nie erteilt wurde, können wir jetzt vor Ort nicht viel ausrichten.
Auf dem Bahnhof spricht Natashja mit einem Wächter, der uns erlaubt, eine Lokomotive zu fotografieren. Jetzt heißt es sich zu beeilen, ehe der Zug abfährt, und erst auf dem Rückweg bemerken wir, warum der erste Wagen so streng bewacht wird: Es ist ein Gefangenenwagen mit 5 Soldaten postiert.
Wir fahren mit dem Auto in beide Richtungen entlang der Eisenbahn, so dass wir ein wenig an der Strecke fotografieren können, wo keine Polizisten stehen.
Danach machen wir eine Stadtrundfahrt, die uns noch deutlicher zeigt, als wir es schon gesehen haben, wie unglaublich überdimensional diese Stadt ausgebaut ist. Sie ist voller riesiger Monumente, z. B. der Erdbebengedenkstätte (die Stadt wurde 1948 fast völlig zerstört), dem Unabhängigkeitsmonument und dem Neutralitätsmonument. Diese sind offenbar gebaut im Wunschdenken, eine Stadt und ein Land von Weltrang zu sein.
Später treffen wir wieder Anzhelina, die mit uns im Nachtzug nach Turkmenabad (früheres Charjev) nahe der Grenze nach Usbekistan fahren soll. Wir fahren am späten Nachmittag von Aschgabat ab und machen es uns bequem.
Der Nachtzug ist das genaue Gegenteil vom Tageszug, den wir am Tag zuvor benutzt haben. Jetzt haben wir es zwar einigermaßen weich (der Schlafwagen ist von dem in der DDR gebauten Typ mit 4-Bett-Abteilen, den man in der ganzen ehemaligen Sowjetunion sehen kann), aber die Wartung ist offenbar auf das absolut Notwenige beschränkt. Die Inneneinrichtung ist extrem abgenutzt und schmutzig, vieles funktioniert nicht, wie defekte Türschlösser, fehlende Glühlampen und ähnliches. Auf der für zarte Gemüter wenig geeigneten Toilette schließt sich Till fast ein, weil das Türschloss so unglaublich schwergängig ist. Zum Glück bemerkt es der Wagenbetreuer und öffnet die Tür von außen.
Die arme Anzhelina! Wir sind sicher die anstrengendsten Touristen in ihrer Karriere als Reiseführerin... Sie ist noch nie zuvor in Turkmenistan Zug gefahren. Im vergangenen Jahr durfte sie übrigens Mario & Susi führen, ein deutsches Paar auf Weltreise - siehe Linkseite. Wir drohen ihr, später wieder nach Turkmenistan zu kommen und mit ihr auf dem gesamten turkmenischen Bahnnetz zu fahren.
Mit uns im Wagen ist unter anderem ein Herr, der einmal in Deutschland war als Abgesandter einer internationalen Sicherheitskonferenz. Ihm imponiert Deutschland sehr, und er meint, Deutschland sei ein sehr billiges (!!) Land. Das könnte damit zu tun haben, dass die Unterkunft und vermutlich auch das meiste andere während seines Aufenthalts von anderer Seite bezahlt worden ist...
Bengt erschlägt einige Kakerlaken, ehe wir uns schlafen legen. Die Matratzen sind stark verdreckt, wir nehmen gerne das Angebot an, gegen eine kleine Gebühr Bettlaken zu bekommen. Die sind auch nicht gerade frisch gewaschen, aber das kleinere Übel im Vergleich zu den Matratzen.
Besonders schnell geht es nicht, der Zug braucht über 13 Stunden für 587 km...
Am Abend beginnt es zu regnen, ungewöhnlich stark für das trockene und heiße Turkmenistan. Wir sind froh, dass wir jetzt im Frühling fahren, die Temperaturen waren angenehm, jetzt wird es sogar recht kühl. Das ist kein Vergnügen, im Sommer zu fahren, wenn es 40 Grad heiß wird und über 50 in der Wüste.

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Sonntag, 18. April

Am frühen Morgen kommen wir in Turkmenabat an. Antonia, noch eine Kollegin von Anzhelina, übernimmt. Sie begleitet uns und Barbara, die als Krankenschwester in der Botschaft der USA in Almaty arbeitet, zur usbekischen Grenze. Es bleibt keine Zeit, die Stadt anzuschauen, das Auto wartet. Es gibt hier auch eine Bahnlinie nach Usbekistan, aber leider keinen Personenverkehr mehr. Der wenig erfolgreiche Reisezug Teheran - Almaty fuhr auf seiner einzigen Fahrt auch hier.
Nach einer Weile kommen wir zu einer Brücke über den Fluss Amu-Darya. Dort gibt es einen Militärposten, nach dem Fluss beginnt offenbar das Grenzgebiet, das man nur mit Genehmigung betreten darf. Doch es gibt ein Problem: Der Fluss führt Hochwasser. In Turkmenistan mit seiner spärlichen Vegetation und seinen trockenen Böden führen starke Regenfälle wie die in der vorherigen Nacht schnell zu Hochwasser in den wenigen Flüssen. Die Brücke ist eine Pontonbrücke, und wie wir wenig später erfahren, ist sie beschädigt und für Fahrzeuge bis zur Reparatur unpassierbar.
Wir müssen aussteigen und die Brücke zu Fuß überqueren. In einigen hundert Metern Entfernung sehen wir die Eisenbahnbrücke, eine Konstruktion aus der Zarenzeit, als die Transkaspische Eisenbahn an das Kaspische Meer gebaut wurde. Aus der Entfernung sieht sie intakt aus, könnte man denn keinen Straßenersatzverkehr für die ausfallenden Autos auf der Schiene fahren...?
Wir kommen zur beschädigten Stelle in der Pontonbrücke. Zwei Brückenelemente hängen nur noch an einem Verbindungsstück zusammen, die anderen Verbindungsstücke sind gebrochen, das verbliebene ist beschädigt. Wo die Verbindungen gebrochen sind, klafft ein breiter Spalt, und die Fahrbahn ist schlüpfrig. Wir gehen vorsichtig an der Ecke, wo die Brückenelemente noch zusammenhängen. Ein Schleppboot im Fluss ist mit Stahlseilen an den Brückenelementen vertäut und zieht mit aller Kraft gegen die Strömung an, damit sich der Schaden nicht noch vergrößert. Von der anderen Seite des Flusses sehen wir einige Arbeiter, die einen großen dieselbetriebenen Schweißapparat heranrollen. Davor haben wir eine "Delegation" in Anzügen gekleideter Herren gesehen, die in einem großen allachsgetriebenen Wagen gekommen sind. Vermutlich sollten sie beurteilen, was gemacht werden sollte.
Jenseits der Brücke stehen mehrere Taxis, so dass wir umgehend weiterkommen. Es dauert nicht mehr lange, bis der Grenzposten in Sicht kommt. LKWs, die die Brücke noch passieren konnten, ehe sie beschädigt wurde, stehen noch in der Warteschlange. Wir verlassen das Taxi am Kontrollpunkt vor dem eigentlichen Grenzposten und gehen zu Fuß weiter.
Wir erfahren, dass es Probleme mit dem Computer gebe und es eine Weile dauern könne, ehe es weitergeht. An einer Stelle werden kleine Speisen und Getränke serviert, wir stellen uns darauf ein, dort eine Weile zu verbringen, aber es geht gleich weiter.
Am nächsten Posten kommt die eigentliche Ausreisekontrolle. Wir müssen unsere Taschen öffnen, aber der Inhalt wird nicht näher kontrolliert. Es folgt die übliche zentralasiatische Bürokratie, aber es geht einigermaßen zügig. Für Barbara gibt es zusätzliche Komplikationen, denn aus unbekanntem Grund hat sie bei der Einreise kein Zollformular bekommen, nach dem jetzt gefragt wird - aber das klärt sich auch noch. Nach etwa einer Stunde verabschieden wir uns von Antonia und verlassen mit den Ausreisestempeln in den Pässen den turkmenischen Grenzposten und gehen einige hundert Meter weiter zu seinem usbekischen Gegenstück.

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Letztes Update: 1. Mai 2004