Vorbereitungen
Die Länder, durch die wir reisten, gehören teilweise nicht gerade zu den einfachsten, was die Visumbeschaffung angeht. Keiner von uns war vorher in Zentralasien unterwegs gewesen, da hieß es also, Informationen über die Länder zu beschaffen und die Visumbürokratie in Gang zu setzen. Für 5 Länder (Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan und Russland) benötigten wir Visa, und drei davon haben keine Botschaften oder Konsulate in Schweden, wo wir wohnen. Informationen über die Visumbestimmungen von offizieller Seite zu beschaffen erwies sich als recht mühsam, auf E-Mails und Faxe kamen fast keine Antworten. Einige Botschaften in Berlin haben teure 0190-Telefonnummern, die man nicht aus dem Ausland anrufen kann, und die telefonischen Informationen sind manchmal haarsträubender Unsinn.
Der Iran war teilweise recht kompliziert. Es
war nicht so einfach herauszufinden, was eigentlich für Regeln für
Individualtouristen gelten, oft scheinen die Konsulate recht willkürliche
Einzelfallbeurteilungen zu machen. Außerdem nimmt die Botschaft in Stockholm
Visumanträge erst einen Monat vor Abreise entgegen - das mussten wir erfahren,
als wir drei Monate vor dem ursprünglich geplanten Reisetermin mit leeren
Händen wieder abziehen mussten.
Wenn man nicht gerade aus Israel, den USA oder Großbritannien kommt, ist
es in der Regel als Individualreisender möglich, ein Visum zu bekommen,
aber so richtig sicher kann man im Voraus nie sein. Deshalb kann es eine gute
Idee sein, ein iranisches Reiseunternehmen zu kontaktieren, das im Voraus eine
Visumautorisierung beim iranischen Außenministerium in Teheran beschaffen
kann - das geht ohne weiteres auch, wenn man kein Reiseprogramm bucht. Dann
bekommt man eine Referenznummer, die man auf seinem Visumantrag angibt. So bekommt
man sein Visum bei der gewünschten Botschaft ohne größere Probleme.
Als wir die Botschaft besuchten und unsere Einladung und die anderen Dokumente
vorwiesen, begann der Konsularbeamte, eine Menge Fragen zur Einladung zu stellen:
Von wo wir sie bekommen hatten, wie wir mit dem Reiseunternehmen in Kontakt
gekommen waren, wie viel es gekostet hatte, und so weiter... wir fragten uns
schon, ob mit der Einladung vielleicht etwas nicht in Ordnung sei, als der Beamte
schließlich sagte: "Nächstes Mal setzen Sie sich zuerst mit
uns in Verbindung. Sie brauchen nämlich gar keine Einladung."
Turkmenistan ist von den Ländern, durch die wir reisten, das restriktivste, was die Vergabe von Touristenvisa angeht. Seit einiger Zeit sind Individualtouristen nicht mehr zugelassen. Man muss mit einem Führer unterwegs sein und sich im Voraus auf ein Programm festlegen, sonst bekommt man kein Touristenvisum. Die einzige Alternative ist, das Land mit einem Transitvisum zu durchqueren, aber dann darf man nicht von der direkten Route abweichen. Wir fanden einen spezialisierten Reiseveranstalter, der Turkmenistan-Reisen mit einem maßgeschneiderten Programm organisieren kann, so dass es kein so furchtbares "Pauschalreise-Gefühl" wird. Die Bürokratie beansprucht ein paar Wochen, weil man eine Genehmigung vom turkmenischen Außenministerium in Aschgabat braucht. Aber das funktioniert problemlos, wenn man nur einen Reiseveranstalter hat, der weiß, wie alles funktioniert. Da war es kein Problem, die Visa zu erhalten.
Usbekistan hat sich für Touristen geöffnet und den Einladungszwang für viele Staatsangehörigkeiten abgeschafft, doch offiziell nicht für Schweden. Bei einem Besuch bei der usbekischen Botschaft in Berlin war es aber sowohl für Till (der deutscher Staatsbürger ist) als auch für Bengt (Schwede) kein Problem ohne Einladung.
Kasachstan hat den Einladungszwang im Februar 2004 für die meisten Europäer abgeschafft, aber da hatten wir uns bereits gut eine Woche vorher für 30 $ pro Person Einladungen von einem Reiseunternehmen bekommen und die Visa beschafft...
Russland fordert weiterhin Einladungen, aber einige Reisebüros stellen Einladungen aus, ohne dass man ein Programm buchen muss. Reisebüros können dann auch die Visumanträge bei der Botschaft einreichen; wenn man es selbst machen will, muss man persönlich bei der Botschaft erscheinen und oft lange anstehen, deshalb ist es sein Geld wert, ein Reisebüro mit der Visabeschaffung zu beauftragen.